Gaza: Einjähriges Kind von israelischen Soldaten gefoltert
Die Vorwürfe wiegen schwer: Folter am Körper eines palästinensischen Kleinkindes durch Verbrennungen und Stiche. Laut einem Medienbericht sollen israelische Soldaten den einjährigen Jawad misshandelt haben.
Israelische Soldaten haben laut einem Medienbericht ein einjähriges Kind in Gaza gefoltert, um seinen Vater zu einem Geständnis zu zwingen. Das berichtete Palestine TV unter Berufung auf den Reporter Osama Al-Kahlout am Sonntag. Jawad Abu Nasser wurde demnach schwer misshandelt – mit Zigarettenverbrennungen auf der Haut und Stichverletzung im Bein durch das Einführen eines spitzen Nagels.
Laut Zeugenaussagen wurde der Vater, Osama Abu Nassar, von israelischen Soldaten zunächst gezwungen, seinen 18 Monate alten Sohn auf dem Boden zurückzulassen und sich einem Militärkontrollpunkt zu nähern. Dort sollen israelische Soldaten ihn bedrängt, ausgezogen und zum Verhör in einen Militärposten verschleppt haben. Währenddessen soll Jawad gefoltert worden sein.
Ein medizinischer Bericht bestätigte Verbrennungs- und Stichverletzungen am Bein von Jawad. Nach rund zehn Stunden wurde das Kind über das Internationale Rote Kreuz seiner Familie übergeben. Der Vater befindet sich weiterhin in israelischer Gefangenschaft. Die Angehörigen appellieren an internationale Organisationen, die Freilassung von Abu Nasser zu fordern.
Israel tötete mehr als 680 Palästinenser trotz Waffenruhe
Israel hatte nach dem Vergeltungsschlag der Widerstandsorganisation Hamas am 7. Oktober 2023 einen Vernichtungskrieg in Gaza gestartet. Am 10. Oktober trat eine Waffenruhe auf Grundlage des US-Friedensplans in Kraft, die jedoch immer wieder von Israel gebrochen wird. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza wurden während der offiziellen Waffenruhe mindestens 687 Palästinenser getötet. Demnach tötete Israel seit dem 7. Oktober 2023 mehr als 72.200 Menschen in Gaza und verletzte rund 172.000 weitere.