Gaza-Medienbüro: Mindestens 24 Kältetote seit Oktober 2023

Der Winter in Gaza kostet immer wieder Menschenleben. Weil Israel die palästinensische Enklave fast vollständig zerstört hat, leben vertriebene Familien in Zelten, die kaum Schutz bieten. Die tödliche Kälte trifft vor allem Kinder und Säuglinge.

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Gaza, 10.01.2026 / Foto: Stringer/AA

Die Zahl der Kältetoten im Gazastreifen seit Oktober 2023 ist palästinensischen Angaben zufolge auf mindestens 24 gestiegen – darunter 21 Minderjährige. Allein seit Beginn der aktuellen Wintersaison seien sieben Minderjährige an den Folgen der Kälte gestorben, wie das Medienbüro in Gaza am Dienstag mitteilte. Bei den Todesopfern handelt es sich demnach um vertriebene Palästinenser, die in Zelten lebten.

Rund 7.000 Zelte seien aufgrund schlechter Wetterbedingungen zerstört worden, so das Medienbüro. Es herrsche ein Mangel an Heizmaterial, sicheren Unterkünften, Decken und Winterkleidung. Das Büro warnte vor „katastrophalen humanitären Folgen“ für die Betroffenen.

In der Erklärung des Medienbüros wird Israel für die humanitäre Misslage in Gaza verantwortlich gemacht. Das Land verfolge eine Politik des „langsamen Tötens, Aushungerns und der Zwangsumsiedlung“. Nötig seien unmittelbare Maßnahmen der internationalen Gemeinschaft und der UN.

Behörde: Israel tötete mehr als 440 Palästinenser trotz Waffenruhe 

Israel hatte nach dem Vergeltungsschlag der palästinensischen Widerstandsorganisation Hamas am 7. Oktober 2023 einen Vernichtungskrieg in Gaza gestartet. Am 10. Oktober 2025 trat eine Waffenruhe auf Grundlage des US-Friedensplans in Kraft, die jedoch immer wieder gebrochen wird. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza wurden während der fragilen Waffenruhe mindestens 447 Palästinenser getötet. Demnach tötete Israel seit Oktober 2023 mehr als 71.420 Menschen in Gaza und verletzte mindestens 171.324 weitere.

Während des israelischen Vernichtungsfeldzuges wurde ein Großteil Gazas zerstört. Die notdürftig aufgestellten Zelte für Vertriebene bieten kaum Schutz vor Kälte und Nässe. Immer wieder werden Zeltlager überschwemmt.