Wegen Iran-Krieg: Energienotstand auf den Philippinen ausgerufen

Die Straße von Hormus ist für Schiffe mit Verbindungen zu den USA und Israel gesperrt. Das hat erhebliche Folgen für den globalen Ölhandel. Die Spritpreise schießen durch die Decke. Die Philippinen erklären den Notstand.

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Foto: Daniel Ceng/AA

Angesichts der Auswirkungen des US-israelischen Angriffskrieges gegen den Iran auf die Ölpreise hat der Präsident der Philippinen einen nationalen Energienotstand ausgerufen. Die steigenden Ölpreise stellten eine Bedrohung für die Energiesicherheit des Landes dar, teilte Ferdinand Marcos Jr. mit.

Die Anordnung sieht demnach vor, dass das Energieministerium des südostasiatischen Inselstaats verschiedene Maßnahmen gegen Preistreiberei, Wucher und Marktmanipulation ergreifen kann. Der Notstand gelte für ein Jahr – sofern er nicht vom Präsidenten verlängert oder aufgehoben werde, hieß es weiter in der Anordnung von Dienstag.

Die Regierung kündigte an, Fahrern im öffentlichen Nahverkehr und Pendlern weiter Treibstoffzuschüsse zu gewähren, und stellte auch Berufsgruppen wie Landwirten und Fischern finanzielle Unterstützung in Aussicht. 

Extrem von blockiertem Ölhandel betroffen

Wegen der weitgehenden Blockade der Straße von Hormus stocken die Öltransporte, infolgedessen steigen etwa die Spritpreise an den Tankstellen. 95 Prozent des Öls auf den Philippinen ist importiert. Daher ist das Land massiv von den Marktstörungen in der Golfregion betroffen, die durch die eskalierende Situation entstanden sind. Zusätzlich verschärft wird die Situation derzeit durch den Rekordtiefstand des philippinischen Peso von 60 zu 1 US-Dollar.

Laut Behördenangaben haben im März aufgrund der Ölpreiskrise mehr als 400 Tankstellen auf den Philippinen ihren Betrieb eingestellt. Untersucht werde, ob die Tankstellen ihre Vorräte nur für höhere Einzelhandelspreise zurückhalten.

Um Energie zu sparen, hat das Land bereits eine Vier-Tage-Woche für viele staatliche Behörden eingeführt. Auch sollen nach Anordnung des Präsidenten Behörden ihren Strom- und Treibstoffverbrauch um 10 bis 20 Prozent senken.

Seit Beginn der US-israelischen Angriffe auf den Iran Ende Februar ist die Straße von Hormus für Schiffe mit Verbindungen zu den Aggressoren USA und Israel gesperrt. Handelsschiffe anderer Länder dürfen die Straße passieren. Aufgrund des Krieges ist die Durchfahrt allerdings riskant. Die Meerenge zwischen der Arabischen Halbinsel und dem Iran wird von iranischer Seite kontrolliert. Normalerweise erfolgt dort rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports. Die Situation in der Straße von Hormus und die iranischen Gegenschläge auf Öl- und Gasanlagen in der Golfregion ließen die Öl- und Gaspreise in die Höhe schnellen.

US-israelischer Angriffskrieg gegen den Iran

Israel und die USA hatten am 28. Februar einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen den Iran gestartet. Bei landesweiten Luftangriffen wurden mehrere ranghohe Vertreter getötet, darunter das geistige Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei. Die US-israelischen Angriffe erfolgen auch in zivilen Wohngebieten.

Nach Angaben des iranischen Gesundheitsministeriums töteten Israel und die USA bisher mindestens 1.500 Menschen im Iran. Mehr als 18.550 Menschen wurden demnach verletzt.

Der Iran reagiert mit Gegenschlägen auf Ziele in Israel sowie Einrichtungen des US-Militärs in Staaten der Golfregion. Offizielle Stellen meldeten bisher mindestens 120 Tote und Tausende Verletzte.