Israelischer Soldat beschädigt Jesus-Figur im Libanon

Derzeit gilt im Libanon eine fragile Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz. Nun sorgt ein Foto für Aufregung, auf dem zu sehen ist, wie ein israelischer Soldat ein christliches Symbol beschädigt.

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Foto: Ariel Schalit/AP

Die israelische Armee bestätigt, dass einer ihrer Soldaten im Südlibanon ein christliches Symbol beschädigt hat. Man nehme den Vorfall äußerst ernst, behauptete die Armee am Abend auf X mit. Das Verhalten des Soldaten sei in keiner Weise mit den Werten vereinbar, die von Soldaten erwartet würden. 

Am Sonntag hatte die Armee ein Foto veröffentlicht, das zeigt, wie ein Mann in israelischer Armeeuniform mit einem Hammer auf eine von einem Holzkreuz gefallene Figur von Jesus Christus einschlägt. Die Armee teilte mit, es sei nach einer ersten Untersuchung festgestellt worden, dass das Bild einen Soldaten im Südlibanon zeige. 

Gegen die Beteiligten würden angeblich angemessene Maßnahmen ergriffen, hieß es von der Armee weiter. Darüber hinaus wolle man die Gemeinde bei der Wiederherstellung des Kruzifixes an seinem Standort unterstützen. Rund jeder dritte Libanese ist Christ.

Israelische Invasion im Südlibanon 

Am Donnerstag hatte US-Präsident Donald Trump eine zehntägige Waffenruhe zwischen Israel und der proiranischen Hisbollah-Miliz im Libanon verkündet. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte gesagt, die israelische Armee solle in einer „verstärkten Sicherheitszone“ im Südlibanon bleiben. Die Hisbollah bewertet die Präsenz des israelischen Militär im Libanon als völkerrechtswidrige Besetzung.

Diplomatische Vertreter Israels und des Libanon hatten am Dienstag erstmals seit mehr als drei Jahrzehnten direkte Gespräche geführt. Israel und der Libanon unterhalten bisher keine offiziellen diplomatischen Beziehungen und befinden sich formell seit 1948 im Kriegszustand.

Nach dem Beginn des US-israelischen Angriffskrieges gegen den Iran Ende Februar ist auch der schwelende Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon wieder eskaliert. Laut dem libanesischen Gesundheitsministerium tötete Israel seit Anfang März mindestens 2.294 Menschen und verletzte 7.544 weitere – darunter zahlreiche Frauen und Kinder. 

Weiter hieß es in der Mitteilung der israelischen Armee, man sei damit beschäftigt, die von der Hisbollah im Südlibanon errichtete „terroristische Infrastruktur“ zu zerstören. Man habe angeblich keine Absicht, zivile Infrastruktur, einschließlich religiöser Gebäude oder religiöser Symbole, zu beschädigen.

Auch in Gaza geraten Gotteshäuser ins Visier Israels

Im Zuge des im Oktober 2023 gestarteten israelischen Vernichtungskriegs in Gaza hatte die israelische Armee sowohl muslimische als auch christliche Gotteshäuser im Gazastreifen angegriffen. Laut Angaben des palästinensischen Ministeriums für Stiftungen und religiöse Angelegenheiten wurden dort etwa 1.000 Moscheen beschädigt oder zerstört. Zudem wurden demnach die orthodoxe Kirche des Heiligen Porphyrius und die Baptistenkirche schwer beschädigt.