Türkischer Frachter im Schwarzen Meer angegriffen
Ein unter ausländischer Flagge fahrender Öl-Frachter wurde laut dem türkischen Verkehrsminister Uraloğlu angegriffen – mutmaßlich von einem ferngesteuerten Wasserfahrzeug. Es gab keine Verletzten.
Im Schwarzen Meer ist ein von einer türkischen Reederei betriebener Öl-Frachter angegriffen worden. „Wir gehen davon aus, dass der Angriff nicht von einer Drohne, sondern von einem unbemannten Oberflächenfahrzeug auf Wasserhöhe ausgeführt wurde“, sagte der türkische Verkehrsminister Abdulkadir Uraloğlu am Donnerstag im Fernsehsender 24 TV. Ihm zufolge transportierte das Schiff mit dem Namen Altura „Rohöl aus Russland“.
Das Schiff fuhr dem Minister zufolge unter ausländischer Flagge – mit 27 türkischen Besatzungsmitgliedern an Bord. Betreiber ist demnach ein türkisches Unternehmen. Kurz nach Mitternacht sei „eine Explosion im Maschinenraum an unsere Notrufzentrale gemeldet“ worden. Der Angriff richtete sich dem Minister zufolge „gezielt auf den Maschinenraum“. Es gebe keine Verletzten.
Laut Uraloğlu deutet dies darauf hin, dass das Schiff offenbar „vollständig außer Gefecht“ gesetzt werden sollte. Die erforderlichen Einheiten seien zum Einsatzort entsandt worden. Die Lage werde beobachtet.
Der Minister machte zunächst keine Angaben dazu, ob der Angriff auf den unter der Flagge Sierra Leones fahrenden Tanker in türkischen Gewässern erfolgte. Lokale Medien berichteten, dass das Schiff zum Zeitpunkt des Angriffs weniger als 30 Kilometer von der Bosporus-Meerenge entfernt unterwegs war.
Bereits im Dezember hatte es mehrere Angriffe auf Schiffe im Schwarzen Meer gegeben. Türkiye bestellte daraufhin die Botschafter Russlands und der Ukraine ein. Präsident Recep Tayyip Erdoğan warnte davor, dass das Schwarze Meer zu einem „Konfliktgebiet“ zwischen den Kriegsparteien werden könnte.
Die Ukraine befindet sich seit vier Jahren im Krieg mit Russland. Ankara hat sich seit Beginn des Krieges als Vermittler angeboten und unterhält enge Beziehungen sowohl zu Kiew als auch zu Moskau. Delegationen aus Russland und der Ukraine trafen sich mehrfach zu Verhandlungsrunden in Istanbul, bei denen der Austausch von Gefangenen und die Rückgabe getöteter Soldaten vereinbart wurde. Fortschritte in Richtung einer Waffenruhe gab es bei den Treffen nicht.