Nach Trumps Seeblockade-Ankündigung steigen Ölpreise kräftig

Nach der US-Ankündigung einer Blockade in der Straße von Hormus steigen die Ölpreise deutlich. Damit ist die kurzfristige Entspannung am Ölmarkt schon wieder vorbei.

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Foto: Altaf Qadri/AP/dpa

Die Ölpreise sind nach den vorerst gescheiterten Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran wieder gestiegen. In der Nacht zum Montag kletterte der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Nordseesorte Brent mit Lieferung im Juni bis zu neun Prozent auf fast 104 Dollar. Am frühen Morgen lag der Preis für den Öl-Future bei rund 102 Dollar und damit sieben Prozent über dem Niveau vom Freitagabend. 

Vor dem Start der Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad am Samstag hatte der Preis pro Barrel noch bei 95,20 Dollar gelegen. Auch der Preis der US-Sorte WTI zur Lieferung im Mai legte in der Nacht zum Montag wieder deutlich zu. Die Ölpreise bleiben derzeit der wichtigste Gradmesser für die Inflations- und Konjunktursorgen am Markt. 

Für diesen Montag hat das US-Militär auf Anordnung von Präsident Donald Trump eine Blockade von Schiffen in der Straße von Hormus angekündigt, die iranische Häfen anlaufen oder von ihnen auslaufen. Zugleich behauptete das Militär, dass die Durchfahrt von Schiffen, deren Ziel oder Startpunkt kein iranischer Hafen ist, durch das US-Militär nicht beeinträchtigt werde. Die Blockade soll um 16.00 MESZ beginnen. 

Trump will mit der Blockade verhindern, dass der Iran Gebühren von Reedereien für eine Durchfahrt durch die Meerenge verlangt und das Land gleichzeitig von Öl-Einnahmen abschneiden. Der Iran hingegen erwägt Durchfahrtsgebühren als Reparationsleistung für Kriegsschäden durch die USA und Israel. Der Iran zählt zu den größten Ölproduzenten der Welt. Dementsprechend ist die Straße von Hormus auch für Teheran enorm wichtig, um seine Ölexporte an die internationalen Märkte zu bringen. 

Seit Beginn der US-israelischen Angriffe auf den Iran am 28. Februar ist die Straße von Hormus für Schiffe mit Verbindungen zu den Aggressoren gesperrt. Handelsschiffe anderer Länder dürfen die Straße passieren. Aufgrund der aktuellen Situation ist die Durchfahrt allerdings riskant. Die Meerenge zwischen der Arabischen Halbinsel und dem Iran wird von iranischer Seite kontrolliert. Normalerweise erfolgt dort rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports. Die Lage in der Straße von Hormus ließ die Öl- und Gaspreise in die Höhe schnellen.

Als am Mittwoch die zweiwöchige Waffenruhe verkündet worden war, fiel der Preis für die Sorte Brent mit fast 90 Dollar auf das tiefste Niveau seit Mitte März.

Waffenruhe-Verhandlungen in Pakistan 

Washington und Teheran hatten sich vergangene Woche auf eine zweiwöchige Waffenruhe verständigt. Darauf folgten am Samstag direkte Verhandlungen zwischen beiden Seiten unter Vermittlung Pakistans in Islamabad. Die endeten am frühen Sonntagmorgen allerdings ohne greifbares Ergebnis. 

Ob und wann es zu weiteren Verhandlungen kommt, ist unklar. Pakistans Außenminister Ishaq Dar rief beide Seiten auf, an der Waffenruhe festzuhalten. Pakistan werde seine Vermittlerrolle auch weiterhin wahrnehmen, hieß es.