Historische Mission: Türkisches Tiefsee-Bohrschiff „Çağrı Bey“ erreicht Somalia
Mit der Ankunft des Bohrschiffs „Çağrı Bey“ in Somalia beginnt Türkiye erstmals ein Tiefsee-Bohrprojekt im Ausland. Das Projekt läutet ein neues Kapitel in den bilateralen Beziehungen mit dem befreundeten afrikanischen Land ein.
Vor dem Hintergrund einer Explorationsbohrung hat das türkische Tiefsee-Bohrschiff „Çağrı Bey“ die Küste in Somalia erreicht. Das teilte der türkische Energieminister Alparslan Bayraktar am Donnerstag auf der Social-Media-Plattform NSosyal mit. Türkiye startet damit sein erstes Tiefsee-Bohrprojekt außerhalb der eigenen Gewässer.
Die Operation wird „ein völlig neues Kapitel in der Energiegeschichte von Türkiye und Somalia aufschlagen“, so Bayraktar.
Nach Angaben des Ministers wird „Çağrı Bey“ am Offshore-Bohrpunkt CURAD-1 vor der Küste Somalias, etwa 372 km vor Mogadischu im Indischen Ozean, eingesetzt. Die Arbeiten sollen in einer Tiefe von rund 7.500 Metern erfolgen und sind auf insgesamt 288 Tage angesetzt.
Bereits Anfang des Monats hatte Bayraktar angekündigt, dass das Bohrschiff nach Somalia entsandt wird.
Türkiye zählt zu den wichtigsten Sicherheits- und Entwicklungspartnern Somalias. Es unterhält in Mogadischu eine große Botschaft sowie einen zentralen Militärstützpunkt und ist über Konzessionen am Betrieb von Flughafen und Hafen der Hauptstadt beteiligt. Ankara investiert in Infrastruktur, Gesundheitswesen und Bildung und leistet umfangreiche humanitäre Hilfe. Zudem bilden türkische Streitkräfte somalische Soldaten und Polizisten aus.
Ein im Februar 2024 geschlossenes Verteidigungs- und Wirtschaftsabkommen räumt Türkiye auch eine führende Rolle beim Aufbau und Schutz der somalischen Marine ein.