Frankreich: Streik an Total-Tankstellen für höhere Gehälter

Beschäftigte von französischen TotalEnergies-Tankstellen legen inmitten steigender Kraftstoffpreise die Arbeit nieder. Angesichts der gestiegenen Lebenshaltungskosten spricht die Gewerkschaft von unzumutbaren Bedingungen.

By
Foto: Abdul Saboor/REUTERS (Archiv)

Beschäftigte französischer Total-Tankstellen sind am Freitag in den Streik getreten, um wegen der gestiegenen Kraftstoffpreise höhere Gehälter zu fordern. Die Gewerkschaft CGT, die Mitarbeiter an fast 200 Tankstellen des TotalEnergies-Konzerns vertritt, verlangte finanzielle Entlastungen bei den Benzinkosten. „Mit einem Durchschnittslohn von rund 1600 Euro können wir es uns nicht einmal mehr leisten, zur Arbeit zu kommen“, hieß es in einer Erklärung der Beschäftigten. TotalEnergies äußerte sich zunächst nicht zu dem Ausstand. Der Konzern betreibt rund ein Viertel der Tankstellen in Frankreich.

Der Streik fällt in eine reisestarke Zeit, da in Teilen des Landes, darunter in der Region Paris, die Frühjahrsferien begonnen haben. Die Beschäftigten erhielten keine Unterstützung, um den drastischen Anstieg der Kraftstoffpreise zu bewältigen, sagte CGT-Generalsekretärin Sophie Binet dem Fernsehsender France 2. Dies müsse dringend gelöst werden. Binet erneuerte zudem die Forderung an die Regierung, den Mindestlohn anzuheben. Dieser liegt in Frankreich bei rund 1800 Euro brutto und 1450 Euro netto im Monat.

Die Ölpreise waren infolge des US-israelischen Angriffskrieges gegen den Iran auf den höchsten Stand seit Jahren geklettert. TotalEnergies hatte März angekündigt, die Preise an den Zapfsäulen zu deckeln, um die Kunden zu entlasten. Die französische Regierung erwägt ihrerseits eine Begrenzung der Gewinnmargen von Kraftstoffhändlern, stößt damit jedoch auf Widerstand in der Branche.

Mit Beginn des völkerrechtswidrigen US-israelischen Angriffskriegs gegen den Iran Ende Februar hatten die iranischen Streitkräfte die Straße von Hormus für die USA, Israel und ihre Verbündeten gesperrt. Handelsschiffe anderer Länder durften die Straße passieren. Trump kündigte am 12. April seinerseits eine Blockade der Meerenge durch die USA an.

Die Meerenge zwischen der Arabischen Halbinsel und dem Iran wird von iranischer Seite kontrolliert. Normalerweise erfolgt dort rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports. Die Situation in der Straße von Hormus ließ die Öl- und Gaspreise in die Höhe schnellen.

Am 8. April hatten die USA und der Iran nach direkten Vermittlungsgesprächen Pakistans einer zweiwöchigen Waffenruhe zugestimmt. Am Wochenende verhandelten Vertreter Washingtons und Teherans über einen dauerhaften Waffenstillstand, erzielten aber keine Einigung.