Trump: Fünf Länder werden Soldaten nach Gaza schicken

Welche Länder entsenden Truppen in den Gazastreifen? Bei der ersten Sitzung von Trumps „Friedensrat“ wird es konkret.

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US-Präsident Donald Trump / Foto: Mark Schiefelbein/AP/dpa

Um einen dauerhaften Frieden im Gazastreifen zu sichern, wollen fünf Staaten nach Angaben von US-Präsident Donald Trump Soldaten in den zerstörten Küstenstreifen schicken. Trump nannte bei der ersten Sitzung des „Friedensrats“ in der US-Hauptstadt Washington Marokko, Albanien, Kosovo, Kasachstan und Indonesien. Details nannte er nicht.

Der „Friedensrat“ soll die sogenannte internationale Stabilisierungstruppe (ISF) aufbauen, die im Gazastreifen für Ordnung sorgen soll. 

Bereits zuvor hatten mehrere mehrheitlich muslimische Länder Bereitschaft signalisiert, Soldaten zu stellen, eine konkrete Ankündigung machte bislang aber nur Indonesien. Das südostasiatische Land hat die Entsendung von 5.000 bis 8.000 Soldaten in Aussicht gestellt. Wie viele Soldaten die anderen Länder schicken wollen, wurde zunächst nicht mitgeteilt. 

Der ISF-Generalmajor Jasper Jeffers sagte in Washington, insgesamt sollen langfristig 20.000 Soldaten im Einsatz sein. Zunächst sollen Einsatzkräfte demnach in Rafah im Süden des Gazastreifens stationiert werden, später in weiteren Gebieten.

Die internationale Truppe soll Trump zufolge auch die Waffenruhe im Krieg zwischen Israel und der palästinensischen Widerstandsorganisation Hamas sichern und einen dauerhaften Frieden gewährleisten.

Auch Tausende Polizisten sollen langfristig eingesetzt werden

Jeffers zufolge sollen außerdem langfristig 12.000 Polizisten vor Ort eingesetzt werden. Jordanien und Ägypten hätten zugesagt, Polizisten für den Gazastreifen auszubilden. 

Der bulgarische frühere UN-Nahostgesandte Nikolaj Mladenow, der künftig der Verbindungsmann zwischen dem Friedensrat und der palästinensischen Übergangsregierung im Gazastreifen sein soll, sagte in Washington, dass sich bisher 2.000 Palästinenser für eine neue Polizeitruppe beworben hätten. 

Trump sprach von einer „äußerst vertrauenswürdigen palästinensische Polizei“. Die Hamas will unterdessen, dass 10.000 ihrer Sicherheitskräfte übernommen werden.

Fragile Waffenruhe in Gaza 

Seit dem 10. Oktober gilt im Gazastreifen eine fragile Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas. Beide Seiten werfen sich immer wieder Verstöße vor. Israel pocht auf eine Entwaffnung der Hamas und die Zerstörung des Tunnel-Verteidigungssystems in dem Palästinensergebiet. Die Hamas fordert als Bedingung für die Entwaffnung den vollständigen Abzug Israels aus Gaza.

Laut der Medienbehörde in Gaza tötete Israel seit Beginn der Waffenruhe mindestens 603 Palästinenser. Demnach wurden mindestens 1.618 weitere verletzt.

Laut der palästinensischen Gesundheitsbehörde tötete Israel seit dem 7. Oktober 2023 mehr als72.000 Menschen in Gaza und verwundete mehr als 171.300 weitere. Schätzungen zufolge zerstörte Israel rund 90 Prozent der zivilen Infrastruktur in der palästinensischen Enklave.