Sozialdemokraten verlassen Grönlands Regierung

Mit einer breiten Regierung wollte der grönländische Regierungschef ein deutliches Signal an US-Präsident Donald Trump senden: Grönland steht zusammen. Jetzt verliert er einen Koalitionspartner.

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Sozialdemokraten verlassen Grönlands Regierung / Foto: Oscar Scott Carl/Ritzau Scanpix Foto via AP/dpa / DPA

Rund ein Jahr nach der Parlamentswahl verlässt die sozialdemokratische Partei Siumut die grönländische Regierung. Damit sende die Partei das falsche Signal in Richtung USA, erklärte Regierungschef Jens-Frederik Nielsen auf Facebook. Vor dem Hintergrund der wiederholten Drohungen von US-Präsident Donald Trump, Grönland zu annektieren, hatte Nielsen im vergangenen Jahr eine breite Vier-Parteien-Koalition gebildet.

„Unser Land ist einem Druck und einer Aufmerksamkeit der Außenwelt ausgesetzt, wie wir sie noch nie zuvor erlebt haben“, hob der Regierungschef am Freitag hervor. Deshalb sei es wichtig, Zusammenhalt zu demonstrieren. „Es ärgert mich, dass Siumut nicht länger ein Teil dieser Gemeinschaft sein will.“

Ministerin: Rückschritt in Verhandlungen mit den USA

Die sozialdemokratische Ministerin für äußere Angelegenheiten, Vivian Motzfeld, stellte sich gegen die Entscheidung ihrer Partei. Sie war bislang an den aktuellen Verhandlungen zwischen Dänemark, Grönland und den USA beteiligt, um eine Lösung in dem Konflikt um die Arktisinsel zu finden. „Das heißt, dass man jetzt noch einmal von vorn anfangen muss“, sagte sie dem dänischen Rundfunk.

Hintergrund der Entscheidung von Siumut-Chefin Aleqa Hammond ist der dänischen Nachrichtenagentur Ritzau zufolge ein Streit darüber, dass zwei Minister der grönländischen Regierung bei der anstehenden Wahl in Dänemark für das dänische Parlament kandidieren wollen.