Gaza: Israel eröffnet Grenzübergang Kerem Schalom wieder

Israel hatte nach Beginn der Angriffe auf den Iran den Grenzübergang Kerem Schalom geschlossen und die Versorgung der notleidenden Palästinser in Gaza gekappt. Nun soll wieder „schrittweise“ humanitäre Hilfe in das abgeriegelte Gebiet gelangen.

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Die israelische Regierung hat die Wiedereröffnung des geschlossenen Grenzübergangs Kerem Schalom zwischen dem Gazastreifen und Israel bekanntgegeben. Der Übergang werde am Dienstag geöffnet, um den „schrittweisen Zugang humanitärer Hilfe“ in das Gebiet zu ermöglichen, erklärte die für zivile Angelegenheiten in den palästinensischen Gebieten zuständige israelische Behörde Cogat. Die Entscheidung sei „gemäß einer Sicherheitsbewertung“ getroffen worden.

Angesichts der katastrophalen humanitären Lage im abgeriegelten Küstenstreifen hatten die Vereinten Nationen zuvor die Wiedereröffnung aller Grenzübergänge in den Gazastreifen gefordert. 

Der Grenzübergang war mit dem Beginn der US-israelischen Angriffe auf den Iran geschlossen worden. Die USA und Israel hatten am Samstagmorgen eine massive Welle von völkerrechtswidrigen Luftangriffen gegen den Iran gestartet. Dabei wurden zahlreiche Menschen sowie mehrere ranghohe Vertreter des Iran ermordet, darunter das geistige Oberhaupt des Iran und der Schiiten, Ayatollah Ali Chamenei. 

Als Reaktion führte der Iran Gegenschläge auf Ziele in Israel sowie Einrichtungen des US-Militärs in Staaten der Golfregion aus. 

Nach Angaben des iranischen Roten Halbmonds wurden bei den US-israelischen Angriffen bisher mehr als 780 Menschen getötet.

Seit dem 10. Oktober gilt im Gazastreifen eine fragile Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas. Beide Seiten werfen sich immer wieder Verstöße vor. Israel pocht auf eine Entwaffnung der Hamas und die Zerstörung des Tunnel-Verteidigungssystems in dem Palästinensergebiet. Die Hamas fordert als Bedingung für die Entwaffnung den vollständigen Abzug Israel aus Gaza.

Laut der Medienbehörde in Gaza tötete Israel seit Beginn der Waffenruhe mehr als 600 Palästinenser. Demnach wurden mehr als 1.660 weitere Menschen verletzt.