Österreich: Hitlers Geburtshaus bald eine Polizeistation

Das Geburtshaus Adolf Hitlers zieht auch immer wieder Neonazis an. Um den Verehrerkult zu unterbinden, soll die Polizei dort einziehen. Doch das langwierige Bauprojekt stößt auch auf Widerstand.

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Braunau am Inn, Österreich, 17.02.2026 / Foto: Joe Klamar/AFP

Die Umbauarbeiten des Geburtshauses von Adolf Hitler stehen kurz vor dem Ende: Aus dem ehemaligen Wohnhaus im österreichischen Braunau am Inn soll eine Polizeistation entstehen. Über den Stand des Umbaus hatte das österreichische Innenministerium bereits Anfang Februar informiert. Demnach ist die Übergabe gegen Ende März geplant – der Einzug bis Ende Juni.

Die Kosten für den Umbau liegen den Angaben des Ministeriums zufolge bei rund 20 Millionen Euro – ursprünglich eingeplant waren fünf Millionen Euro. Das Projekt ist daher umstritten. 

Die Entscheidung zur Umgestaltung zu einer Polizeistation geht auf eine spezielle Expertenkommission zurück. Es soll unter anderem verhindert werden, dass der Ort von Neonazis als Pilgerort missbraucht wird. 2023 hieß es in einer Erklärung des Innenministeriums, der „Verehrerkult und die Mythenbildung um Adolf Hitler durch Rechtsextreme“, müssten durchbrochen werden. 

Das Adolf-Hitler-Geburtshaus ist seit 2016 Jahren im staatlichen Besitz. Nach dem Auszug der Lebenshilfe im Jahr 2011 stand das Gebäude zunächst leer. Nach erfolglosen Verhandlungen mit der damaligen Eigentümerin wurde die Liegenschaft schließlich enteignet.

Das denkmalgeschützte Gebäude, in dem Adolf Hitler am 20. April 1889 geboren wurde und nur kurze Zeit lebte, befindet sich an einer schmalen, von Geschäften gesäumten Straße. Vor dem biedermeierlich gestalteten Haus steht ein Mahnstein mit der Inschrift: „Für Frieden, Freiheit und Demokratie. Nie wieder Faschismus. Millionen Tote mahnen.“

Im Zuge des Holocaust wurden etwa 65.000 österreichische Juden ermordet und 130.000 weitere ins Exil gezwungen. Österreich wurde 1938 von Nazi-Deutschland annektiert.