Trump rechnet mit Ende der Angriffe auf Iran in wenigen Wochen
Zu Beginn des US-israelischen Angriffskriegs peilte Washington für das Ende eine Dauer von vier bis sechs Wochen an. Nun äußert sich Trump dazu erneut - und sorgt auch mit Aussagen zur Straße von Hormus für Aufsehen.
US-Präsident Donald Trump rechnet mit einem Ende der Angriffe seines Landes auf den Iran in zwei bis drei Wochen. Für eine Öffnung der für den Transport von Öl und Gas wichtigen Straße von Hormus sieht er hingegen andere Länder in der Verantwortung. Die USA hätten mit der Sicherung der vom Iran blockierten Meerenge - ausgelöst durch den völkerrechtswidrigen amerikanisch-israelischen Krieg - „nichts zu tun“, sagte Trump im Weißen Haus.
Er denke, sein Land werde noch „vielleicht zwei Wochen, vielleicht ein paar Tage länger“ brauchen, sagte er am Dienstagabend (Ortszeit). Für ein Ende der US-Angriffe müsste es Trump zufolge keinen Deal mit dem Iran geben. Das sei „irrelevant“, da man dafür sorge, dass die Machthaber in Teheran keine Atomwaffen bauen könnten, sagte er im Weißen Haus. „Wenn wir das Gefühl haben, dass sie für lange Zeit in die Steinzeit zurückversetzt sind und sie nicht in der Lage sein werden, eine Atomwaffe zu entwickeln, dann werden wir gehen“, führte er aus.
Andererseits könne es auch vor dem von ihm anberaumten Zeitraum für ein Ende der US-Angriffe eine Einigung geben, wenn der Iran dazu bereit sei, sagte Trump. Und wenn das Land später wieder in der Lage sein sollte, Atomwaffen zu entwickeln, werde es einen Präsidenten wie ihn geben, der wieder angreifen werde.
Es blieb zunächst unklar, ob sich auch Israel an den von Trump genannten Zeitplan zur weiteren Kriegsdauer halten würde. Trump selbst hatte in der Vergangenheit bereits häufiger Zeitangaben gemacht, die er später änderte.
Weißes Haus kündigt Rede an die Nation zum Iran-Krieg an
Trumps Sprecherin Karoline Leavitt kündigte nach den Äußerungen des Präsidenten auf der Plattform X an, dieser werde am Mittwoch um 21.00 Uhr Ortszeit (3.00 Uhr MESZ am Donnerstag) in einer Rede an die Nation ein „wichtiges Update zum Iran“ geben.
Der amerikanisch-israelische Angriffskrieg gegen den Iran befindet sich in der fünften Woche. Die US-Regierung hatte zu Beginn des völkerrechtswidrigen Kriegs gesagt, dass die Angriffe zwischen vier und sechs Wochen dauern würden.
Trump bekräftigte, dass es nach dem Ende der US-Militäraktion Sache anderer Länder sein werde, Öltanker durch die Straße von Hormus zu bekommen. Frankreich oder andere Länder würden in der Lage sein, „für sich selbst zu sorgen“, sagte Trump. „Ich denke, es wird sehr sicher sein, aber wir haben damit nichts zu tun“, sagte Trump. Chinesische Tanker etwa würden die Meerenge passieren und aufgefüllt werden und sich um sich selbst kümmern. „Wir haben keinen Grund, das zu tun.“
Straße von Hormus: Nadelöhr für die Weltwirtschaft
Die an den Iran grenzende Straße von Hormus ist für den weltweiten Öl- und Gashandel von wesentlicher Bedeutung. Seit Beginn des völkerrechtswidrigen US-israelischen Angriffskriegs gegen den Iran haben die iranischen Streitkräfte die Meerenge für die USA, Israel und ihre Verbündeten de facto gesperrt – was zu einem massiven Anstieg der Ölpreise beigetragen hat.
Die USA importieren verhältnismäßig wenig Rohöl aus den Staaten des Persischen Golfs - doch steigende Weltmarktpreise treffen alle. Das setzt auch Trump und seine Republikaner unter Druck, zumal im November die Zwischenwahlen zum US-Kongress anstehen.
Trump hatte sich zuletzt immer wieder verärgert über eine aus seiner Sicht unzureichende Unterstützung der USA durch Nato-Verbündete im Krieg gegen den Iran geäußert. Er hatte Nato-Partner auch um Hilfe bei der militärischen Absicherung der de facto blockierten Schifffahrt durch die Straße von Hormus gebeten. Weil sie dem nicht nachkamen, kritisierte er die Verbündeten wiederholt scharf.
Trump: „Regime Change“ war nicht mein Ziel
Trump hat seit Beginn der Angriffe auf den Iran diverse Kriegsziele angeführt, was ihm bei Kritikern den Vorwurf einbrachte, keinen klaren Plan zu haben. Nun sagte er, „Regime Change“ sei keines seiner Ziele gewesen und behauptete zugleich, dass ein solcher Austausch der iranischen Führung bereits erreicht worden sei. Tatsächlich wurden wichtige Positionen nach der Tötung von Amtsinhabern neu besetzt, eine inhaltliche Neuausrichtung der Führung im Iran ist aber bislang nicht zu erkennen. Trump behauptete, ein Ziel gehabt zu haben: Dass der Iran keine Atomwaffen haben dürfe.
Was Trumps zum Umgang mit Irans hochangereichertem Uran sagt
In einem Telefoninterview mit dem Sender CBS News bezog er zuvor nach Angaben des US-Mediums nicht konkret Stellung dazu, ob es möglich wäre, einen Sieg zu verkünden, ohne Irans hochangereicherte Uran zu bergen. Die Vorräte sollen sich sehr tief unter Irans Atomanlagen befinden. „Ich denke nicht einmal darüber nach“, zitiert ihn der Sender. Er wisse nur, „dass das so tief vergraben ist, dass es für jeden sehr schwer sein wird“. Es sei ziemlich sicher. „Aber, wissen Sie, wir werden eine Entscheidung treffen“, sagte Trump.
US-Außenminister Marco Rubio sagte dem Sender Fox News am Dienstagabend (Ortszeit), der Iran solle das hochangereicherte Uran abgeben, weigere sich aber nach wie vor, das zu tun. Dafür könne es nur einen Grund geben: Dass das Land es eines Tages für den Bau einer Atomwaffe verwenden wolle.
Bevor Israel und die USA bereits im Juni vergangenen Jahres Luftangriffe auf den Iran geflogen und dabei auch drei Atomanlagen bombardiert hatten, verfügte das Land nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) über mehr als 400 Kilogramm Uran mit einem Reinheitsgrad von 60 Prozent. Für den Bau von Atomwaffen sind mehr als 90 Prozent nötig. Der Iran hat stets betont, sein Atomprogramm diene nur zivilen Zwecken und nicht der Entwicklung von Atomwaffen.
Israels Armee: Bisher mehr als 800 Luftangriffe auf den Iran
Die israelische Luftwaffe hat seit Beginn des gemeinsam mit den USA geführten Krieges mehr als 800 Angriffe auf den Iran geflogen. Dabei seien rund 16.000 verschiedene Munitionstypen eingesetzt worden, teilte die Armee am frühen Mittwochmorgen mit. Gemeinsam mit den Geheimdiensten würden die angeblich „gezielten Angriffe“ gegen das iranische „Terrorregime“ fortgesetzt, hieß es. Derweil habe man weitere großangelegte Angriffe gegen die Infrastruktur des iranischen Machtapparats beendet.
US-israelischer Angriffskrieg gegen den Iran
Israel und die USA hatten am 28. Februar einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen den Iran gestartet. Bei landesweiten Luftangriffen wurden mehrere ranghohe Vertreter des Iran getötet, darunter das geistige Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei. Die US-israelischen Angriffe erfolgen auch in zivilen Wohngebieten.
Nach Angaben des iranischen Gesundheitsministeriums töteten Israel und die USA bisher mindestens 1.937 Menschen im Iran. Mehr als 24.800 Menschen wurden demnach verletzt.
Der Iran reagiert mit Gegenschlägen auf Ziele in Israel sowie Einrichtungen des US-Militärs in Staaten der Golfregion. Offizielle Stellen meldeten bisher mindestens 167 Tote und Hunderte Verletzte.