Türkiye entsendet sechs Kampfjets nach Nordzypern
Nach Ausbruch des US-israelischen Angriffskrieges gegen den Iran war auch der Süden Zyperns von einer Rakete getroffen worden. Der Norden blieb bisher unberührt. Damit das so bleibt, will Ankara die Sicherheitsmaßnahmen dort verstärken.
Eine Woche nach dem Einschlag einer Drohne iranischer Bauart auf Zypern hat Türkiye F-16-Kampfjets in die Türkische Republik Nordzypern entsandt. Die Kampfflugzeuge seien „angesichts der jüngsten Entwicklungen“ verlegt worden, teilte das türkische Verteidigungsministerium am Montag mit.
In der Nacht zum Montag vergangener Woche war der britische Militärstützpunkt Akrotiri auf Zypern von einer unbemannten Drohne des Typs Schahed getroffen worden. Das Fluggerät schlug auf der Landebahn des Stützpunkts im Süden Zyperns ein. Opfer gab es laut den britischen und zyperngriechischen Behörden nicht. Nach Angaben aus Nikosia wurde die Drohne offenbar nicht aus dem Iran, sondern aus dem Libanon gestartet.
Akrotiri liegt im Südteil Zyperns. Das Gebiet des gleichnamigen Stützpunkts sowie die Basis Dekelia sind britische Hoheitsgebiete.
Kurz vor dem Drohneneinschlag hatte die britische Regierung der US-Regierung erlaubt, britische Militärstützpunkte im Angriffskrieg gegen den Iran zu nutzen. Nach dem Vorfall sagten mehrere europäische Länder Zypern ihre Unterstützung zu und entsandten Luftabwehrsysteme sowie andere militärische Ausrüstung.
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will am Montag vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs in Paphos den zyperngriechischen Präsidenten Nikos Christodoulides und den griechischen Regierungschef Kyriakos Mitsotakis treffen.
Die USA und Israel hatten Ende Februar einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen den Iran gestartet. Bei landesweiten Luftangriffen wurden mehrere ranghohe Vertreter des Iran getötet, darunter das geistige Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei. Der Iran reagiert mit Gegenschlägen auf Ziele in Israel sowie Einrichtungen des US-Militärs in Staaten der Golfregion.