Bericht: Schulen verzeichnen Anstieg bei Rechtsextremismus-Vorfällen
Die Zahl rechtsextremer Vorfälle an Schulen in Deutschland ist deutlich gestiegen. Darauf weisen Daten aus Ministerien und von der Polizei hin. Besonders stark fiel der Zuwachs in einigen ostdeutschen Bundesländern aus.
An Schulen in mehreren Bundesländern sind einem Bericht zufolge deutlich mehr rechtsextreme Vorfälle gemeldet worden. Wie die „Welt am Sonntag“ unter Berufung auf Daten der zuständigen Ministerien schrieb, war der Anstieg in Brandenburg besonders deutlich. Demnach meldeten Schulen im Schuljahr 2023/2024 insgesamt 560 rechtsextremistische Vorfälle – eine Verfünffachung im Vergleich zu 117 Fällen im Vorjahr.
In Sachsen wurden demnach im Jahr 2025 insgesamt 245 rechtsextreme Vorfälle gemeldet, nach 155 Fällen im Vorjahr und 149 Fällen im Jahr 2023.
Grundlage der Zahlen sind die Meldungen der Schulleitungen zu „besonderen Vorkommnissen“ – etwa „politische oder religiös extremistische Einwirkungen“ oder „rassistische oder antisemitische Vorfälle“. „Rechtsextremismus ist unser größtes gesellschaftliches Problem“, erklärte Sachsens Kultusminister Conrad Clemens (CDU) zu den Zahlen.
Die Zahlen der verschiedenen Bundesländer lassen sich nicht miteinander vergleichen, da sich Zählweisen, Beobachtungszeiträume und Melderegularien unterschieden. Dennoch ist laut der „Welt am Sonntag“ eine deutliche Zunahme derartiger Vorfälle offensichtlich.
In Mecklenburg-Vorpommern wurden im Schuljahr 2024/2025 insgesamt 235 Meldungen zu extremistischen Hintergründen oder verfassungswidrigen Kennzeichen verzeichnet. Das ist ebenfalls ein deutlicher Zuwachs zum vorherigen Schuljahr, in dem es 195 Vorfälle gewesen waren. Im laufenden Schuljahr wurden bislang 98 Vorkommnisse gemeldet.
Nordrhein-Westfalen zieht dagegen Polizeidaten, also erfasste Straftaten, heran. 2023 registrierte die Polizei 277 politisch motivierte Straftaten mit der Tatörtlichkeit „Schule/Uni“, 2024 waren es bereits 452. Für 2025 liegen 461 Fälle vor.
In Sachsen-Anhalt stiegen die an Schulen polizeilich registrierten rechtsextremen Straftaten von 74 im Jahr 2023 auf 192 im Jahr 2024, was fast einer Verdreifachung entspricht.
In Hessen wuchs die Zahl gemeldeter rechtsextremistischer Vorfälle von 39 (2023) auf 159 im Jahr 2025, in Berlin von 74 (2023) auf 126 (2025), in Rheinland-Pfalz von 25 (2023) auf 78 (2025).
In Thüringen stieg die Zahl der Fälle von 113 im Jahr 2023 auf 198 im Jahr 2025.