Epstein-Kontakte: Französischer Ex-Minister tritt als Leiter von Kulturinstitut zurück
Der frühere französische Kulturminister Lang zieht Konsequenzen aus den Ermittlungen gegen ihn. Wegen seiner Kontakte zu Jeffrey Epstein bot er seinen Rücktritt als Präsident des Instituts der arabischen Welt an.
Der frühere französische Kulturminister Jack Lang hat wegen seiner Kontakte zum US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein seinen Rücktritt als Leiter eines renommierten Kulturinstituts in Paris eingereicht. In einem Brief an Außenminister Jean-Noël Barrot, den die Nachrichtenagentur AFP am Samstag einsehen konnte, bot Lang an, als Präsident des Instituts der arabischen Welt (IMA) zurückzutreten. Barrot kündigte an, mit dem Verwaltungsrat über einen Interimspräsidenten zu beraten.
Die für Finanzvergehen zuständige französische Staatsanwaltschaft hatte am Freitag Ermittlungen gegen Lang eröffnet. Ihm wird nach Angaben der Staatsanwaltschaft „schwerwiegender Steuerbetrug“ zur Last gelegt, die Ermittlungen stehen im Zusammenhang mit mutmaßlichen finanziellen Verbindungen Langs und seiner Tochter Caroline mit Epstein. Lang wies die Vorwürfe als „gegenstandslos“ zurück.
Lang steht seit 2013 an der Spitze des Instituts der arabischen Welt, das vom französischen Außenministerium mitfinanziert wird. Das Ministerium hatte Lang wegen seiner häufigen Kontakte zu Epstein bereits für Sonntag einbestellt.
Lang hatte unter den früheren Präsidenten François Mitterrand und Jacques Chirac verschiedene Regierungsposten inne. In den Ende Januar vom US-Justizministerium veröffentlichten mehr als drei Millionen Dokumenten zum Fall Epstein tauchen die Namen zahlreicher einflussreicher Persönlichkeiten auf, darunter mehr als 670 Mal der Name Langs.
Missbrauch über Jahre
Epstein hatte über Jahre einen Missbrauchsring betrieben, dem zahlreiche junge Frauen und Minderjährige zum Opfer fielen. Unter seinen Klienten sollen viele einflussreiche Menschen gewesen sein.
Vor fast 20 Jahren landete der Fall vor Gericht. Epstein bekannte sich zu bestimmten Vorwürfen schuldig. Jahre später wurde der Fall nochmals aufgerollt und der Multimillionär erneut festgenommen. Noch bevor ein mögliches weiteres Urteil gefällt werden konnte, starb der Finanzier 2019 mit 66 Jahren in seiner Gefängniszelle. Im Obduktionsbericht wurde Suizid als Todesursache genannt.