Ankara kritisiert verbalen Angriff Netanjahus gegen Erdoğan
Nach dem verbalen Ausfall Netanjahus gegen Erdoğan kommt aus Ankara scharfe Kritik. Kommunikationsdirektor Duran bezeichnet Netanjahu als kriminellen Initiator eines Völkermordes.
Der türkische Kommunikationsdirektor Burhanettin Duran hat die Äußerungen des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu gegen Präsident Recep Tayyip Erdoğan scharf kritisiert. Netanjahu greife Erdoğan aus Verzweiflung an, so Duran am Samstag auf der Plattform NSosyal. Er erinnerte daran, dass Netanjahu einen „Völkermord in Gaza“ verübt und „sieben Länder in der Region angegriffen“ habe.
Netanjahu hatte in einem Beitrag auf der Plattform X die Führung im Iran als „Terrorregime“ bezeichnet und Erdoğan als dessen Unterstützer. Er behauptete zudem, Erdoğan habe „kurdische Bürger massakriert“.
Netanjahu sei ein „Krimineller, gegen den Haftbefehle vorliegen und der keine Verbündeten mehr hat“, so Duran. Er treibe die Region gezielt „ins Chaos und in Konflikte“, um sein politisches Überleben zu sichern. Er verfüge weder über moralische Werte noch über die Legitimität, andere zu belehren.
Netanjahu werde „früher oder später für seine Verbrechen gegen die Menschlichkeit zur Rechenschaft gezogen“, fügte Duran hinzu. Unter der Führung von Präsident Erdoğan werde Türkiye seinen Einsatz „für eine gerechtere, friedlichere und sicherere Welt“ fortsetzen.
Israel tötete mehr als 730 Palästinenser trotz Waffenruhe
Israel hatte nach dem Vergeltungsschlag der palästinensischen Widerstandsorganisation Hamas am 7. Oktober 2023 einen Vernichtungskrieg in Gaza gestartet. Am 10. Oktober 2025 trat eine Waffenruhe auf Grundlage eines US-Friedensplans in Kraft, die jedoch immer wieder von Israel gebrochen wird.
Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza wurden während der Waffenruhe mindestens 733 Palästinenser getötet. Dem Ministerium zufolge tötete Israel seit dem 7. Oktober 2023 mehr als 72.300 Menschen in Gaza und verletzte mindestens 172.134 weitere.
Der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) erließ im Jahr 2024 Haftbefehle gegen Netanjahu und den ehemaligen Verteidigungsminister Yoav Gallant wegen Kriegsverbrechen im Gazastreifen.