Söder: Bundesregierung tut zu wenig für Urlauber in Nahost

Seit Beginn der US-israelischen Angriffe auf den Iran sitzen Zehntausende Touristen im Nahen Osten fest. Mittlerweile fliegt die Bundesregierung deutsche Staatsbürger aus. Doch Söder meint: Da geht noch mehr.

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ARCHIV: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder / Reuters

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) wirft der schwarz-roten Bundesregierung Versäumnisse bei der Rückholung in Nahost gestrandeter deutscher Touristen vor. „Das ist mir noch alles ein bisschen zu wenig. Das könnte noch verstärkt werden. Es sind zu wenig Maschinen im Einsatz“, sagte Söder am Donnerstag dem Sender Welt TV.

Die Bundesregierung solle prüfen, ob sie nicht auch mit Bundeswehrmaschinen helfen könne. Der Anfang der Rückholaktion sei zäh gewesen, nun laufe sie an. „Ich finde, das noch mehr passieren kann.“ Die oberste Pflicht eines Staates sei es, die eigenen Bürger zu schützen und ihnen in Krisensituationen zu helfen. 

Tausende sitzen weiter fest

„Wir sind indirekt natürlich in diesen Krieg involviert, weil unsere deutschen Urlauber betroffen sind“, so Söder.

Seit Beginn der US-israelischen Angriffe auf den Iran sind Zehntausende deutsche Touristen in Nahost gestrandet. Mittlerweile sind erste Evakuierungsflüge der Bundesregierung ausgeflogen, auch 500 Kreuzfahrtgäste sollten am Donnerstag ausreisen können. Viele sitzen jedoch weiterhin fest.

Israel und die USA hatten am Samstagmorgen eine massive Welle von völkerrechtswidrigen Luftangriffen gegen den Iran gestartet. Dabei wurden neben mehreren ranghohen Vertretern des Iran – darunter das geistige Oberhaupt des Iran und der Schiiten, Ayatollah Ali Chamenei – Hunderte Zivilisten ermordet. Als Reaktion führte der Iran Gegenschläge auf Ziele in Israel sowie Einrichtungen des US-Militärs in Staaten der Golfregion aus.