Leiterin der Bundeswehr-Beschaffung kritisiert Rüstungsindustrie als zu zögerlich
Die Bundeswehr kritisiert die Rüstungsindustrie für ihr zögerliches Handeln bei der Panzerbeschaffung. Um die Einsatzfähigkeit zu sichern, müsse die Lieferung der Panzer jetzt deutlich beschleunigt werden.
Die Leiterin des Beschaffungsamts der Bundeswehr, Annette Lehnigk-Emden, hat die deutsche Rüstungsindustrie als zu zögerlich kritisiert. „Ich will die Industrie nicht an den Pranger stellen, aber es wäre angebracht, wenn sie schon jetzt im größeren Umfang Rohstoffe wie Stahl kaufen würde, statt darauf zu warten, bis alle Verträge unterzeichnet sind“, sagte Lehnigk-Emden der „Zeit“ laut Meldung vom Donnerstag.
Es gebe Unternehmen, die selbst sehr viel investierten und solche, die immer noch abwarteten. „Wenn die Industrie erst anfängt zu bauen, wenn sie bei uns einen Vertrag unterschrieben hat, dann wird es eng“, warnte die Leiterin der Behörde. „Es hilft uns nicht, wenn wir jetzt zum Beispiel 2000 Panzer bestellen, und dann bekommen wir die letzten vielleicht erst im Jahr 2060“, fuhr Lehnigk-Emden fort. „Wir brauchen diese Panzer schnellstens.“
Zur Diskussion über den neuen Wehrdienst, der zunächst auf freiwilliger Basis funktionieren soll, sagte Lehnigk-Emden dem Magazin, die jungen Menschen von heute seien in Frieden aufgewachsen. Sie könnten oder wollten sich „kaum vorstellen, dass es einmal weniger friedlich und freiheitlich werden könnte“. Sie glaube, die junge Generation von heute „erkennt erst langsam, dass es jetzt erforderlich wird zu handeln“.