Weltbank stellt bis zu 100 Milliarden Dollar wegen Iran-Krieg bereit

Die Sorge vor den wirtschaftlichen Folgen des US-israelischen Angriffskriegs gegen den Iran wächst. Die Weltbank plant deshalb Finanzhilfen für betroffene Staaten.

By
Foto: Sharafat Ali/REUTERS

Die Weltbank stellt den vom Iran-Krieg schwer getroffenen Staaten in den kommenden 15 Monaten Finanzhilfen von 80 bis 100 Milliarden Dollar in Aussicht. Dies kündigte Weltbank-Präsident Ajay Banga am Dienstag am Rande der Frühjahrstagung von Weltbank und Internationalem Währungsfonds (IWF) an. Das mögliche Hilfspaket wäre umfangreicher als die 70 Milliarden Dollar, die während der Corona-Pandemie bereitgestellt wurden. In den kommenden Monaten könnten zunächst 20 bis 25 Milliarden Dollar fließen, erklärte Banga. Weitere 30 bis 40 Milliarden Dollar könnten in etwa sechs Monaten durch die Umschichtung bestehender Programme folgen.

Die Ankündigung unterstreicht die wachsende Sorge vor den wirtschaftlichen Folgen des US-israelischen Angriffskrieges gegen den Iran. Der IWF hatte kurz zuvor seine globale Wachstumsprognose wegen der stark gestiegenen Energiepreise gesenkt. Ohne den Konflikt hätte der Fonds seine Prognose sogar leicht auf 3,4 Prozent angehoben. Die Weltwirtschaft könne sich bei einem schnellen Ende des Krieges schnell erholen, sagte IWF-Chefin Kristalina Georgieva. Sollte er sich jedoch über den Sommer hinziehen, werde sich die Lage verschlechtern. Sowohl Banga als auch Georgieva mahnten die Länder, auf gezielte und zeitlich begrenzte Hilfen zu setzen, anstatt breite Subventionen zu gewähren, die die Inflation weiter anheizen könnten.

US-israelischer Angriffskrieg gegen den Iran

Israel und die USA hatten am 28. Februar einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen den Iran gestartet. Bei landesweiten Luftangriffen wurden mehrere ranghohe Vertreter des Iran getötet, darunter das geistige Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei. Die US-israelischen Angriffe erfolgen auch in zivilen Wohngebieten.

Nach Angaben des iranischen Gesundheitsministeriums töteten Israel und die USA bisher mindestens 2.076 Menschen im Iran. Mehr als 26.500 Menschen wurden demnach verletzt. 

Der Iran reagiert mit Gegenschlägen auf Ziele in Israel sowie Einrichtungen des US-Militärs in Staaten der Golfregion. Offizielle Stellen meldeten bisher mindestens 193 Tote und Hunderte Verletzte. 

Vertreter Washingtons und Teherans hatten am Wochenende unter Vermittlung Pakistans über eine Beilegung des Iran-Krieges verhandelt, aber keine Einigung erzielt.