China nach Maduro-Ergreifung: „Kein Land darf Weltpolizist spielen“

Die Festnahme von Venezuelas Staatschef Maduro sorgt in China für Kritik. Das Thema bestimmte auch die Agenda des Treffens zwischen Außenminister Wang Yi und seinem pakistanischen Amtskollegen.

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Foto: Andy Wong/AP (Archiv)

China übt deutliche Kritik an der Ergreifung des venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro durch US-Streitkräfte. „Wir haben nie geglaubt, dass irgendein Land die Rolle eines Weltpolizisten spielen darf, noch akzeptieren wir, dass sich irgendein Land als Weltrichter brüsten darf“, sagte Außenminister Wang Yi am Sonntag beim Treffen mit seinem pakistanischen Amtskollegen Ishaq Dar in Peking, ohne die USA direkt zu nennen. 

Das Völkerrecht sollte die Souveränität und Sicherheit aller Nationen schützen, erklärte Pekings Chefdiplomat. China habe sich stets gegen die Anwendung von Gewalt in internationalen Beziehungen ausgesprochen, sagte Wang. China ist wegen seiner Ölimporte aus Venezuela ein wichtiger Wirtschaftspartner des südamerikanischen Landes.

Die USA hatten in der Nacht auf Samstag eine Reihe von Zielen in Venezuela angegriffen, den langjährigen Präsidenten des ölreichen Staates, Maduro, gefangen genommen und nach New York gebracht. Ihm soll dort wegen angeblichen Drogendelikten der Prozess gemacht werden. US-Präsident Trump kündigte an, die Vereinigten Staaten würden Venezuela nun vorübergehend führen.