Fall Rahma Ayad: Prozess in Hannover begonnen

In Niedersachsen war eine Frau mit Migrationshintergrund Opfer einer tödlichen Gewalttat geworden. Ihr Nachbar steht unter Verdacht. Nun hat der Prozess begonnen.

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Eltern von Rahma Ayad, Hannover, 05.01.2026 / Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Der Prozess um das tödliche Gewaltverbrechen an Rahma Ayad im niedersächsischen Hemmingen hat am Montag vor dem Landgericht Hannover begonnen. Die algerischstämmige Frau war am 4. Juli von Alexander K. durch mehrere Messerstiche im Treppenhaus ihres Wohnhauses getötet worden.

Der Täter, der Berichten zufolge ein Deutscher ist, wohnte ebenfalls in dem Gebäude und gestand den Angriff auf die 26-Jährige. Laut Medienberichten wirft die Staatsanwaltschaft dem 31-Jährigen Mord aus Heimtücke und niedrigen Beweggründen vor. K. sitzt bereits seit dem 7. Juli in Untersuchungshaft.

Familie spricht von muslimfeindlichem Tatmotiv

Die Familie des Opfers äußerte nach der Tat gegenüber Medien die Vermutung, dass ein rassistischer und muslimfeindlicher Hintergrund vorliegen könnte. Angehörige berichteten, Ayad sei wegen ihrer arabischen Herkunft und ihres Kopftuchs mehrfach von dem Angeklagten schikaniert worden. Die Staatsanwaltschaft schließt rassistische Motive bisher aus, sagte ein Sprecher des Landgerichts laut Medienbericht am Montag. Dazu gebe es unter anderem im Lebenslauf des 31-jährigen Angeklagten keine Hinweise. Stattdessen gehe die Staatsanwaltschaft davon aus, dass das Motiv auf Nachbarschaftsstreitigkeiten beruhe. Bei einer Verurteilung wegen Mordes droht Alexander K. dem Sprecher zufolge eine lebenslange Gefängnisstrafe. 

Der Fall der algerischstämmigen Ayad, die eine Ausbildung zur Krankenpflegerin anstrebte, hat bundesweit für Aufsehen gesorgt. In den sozialen Medien wird der Ruf nach Aufklärung laut. Die Initiatoren von „Gerechtigkeit für Rahma“ haben eine Petition ins Leben gerufen und fordern den Mord an Ayad als ein rassistischen beziehungsweise antimuslimischen Femizid einzuordnen.

Das Verfahren wird voraussichtlich am Freitag fortgesetzt. Laut Medienberichten könnte das Urteil am Montag fallen.