Erdoğan fordert diplomatische Lösung im US-israelischen Angriffskrieg gegen Iran

Der Iran-Krieg wirkt sich immer mehr auf die umliegenden Regionen aus. Ein Ende ist nicht in Sicht. Ankara sieht aber weiterhin Chancen für eine politische Lösung.

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Erdoğan fordert diplomatische Lösung im US-israelischen Angriffskrieg gegen Iran. / Foto: AA / AA

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat ein rasches Ende des US-israelischen Angriffskrieges gegen den Iran gefordert. Bei der Sitzung der Parlamentsfraktion der AK-Partei in Ankara am Mittwoch warnte er zugleich vor einer weiteren Eskalation. Ein Ende des Krieges sei möglich, wenn man der Diplomatie eine Chance gebe. 

Ankara setze seine Bemühungen fort, die Konfliktparteien wieder an den Verhandlungstisch zu bringen und diplomatische Kanäle wiederzubeleben, so Erdoğan. 

Angesichts der angespannten Lage äußere sich Türkiye bewusst vorsichtig und treffe zugleich Maßnahmen, um sich vor den Auswirkungen des Krieges zu schützen, sagte Erdoğan.

Der türkische Präsident betonte zugleich, dass man gegenüber den Krisen in seiner Nachbarschaft nicht gleichgültig bleibe. Ankara lasse „Freunde und Brüder“ in schwierigen Zeiten nicht allein.

Erdoğan sagte, Ankara ergreife alle notwendigen Maßnahmen, um „blutige Szenarien“ in der Region zu verhindern – vor allem hinsichtlich konfessioneller und ethnischer Konflikte. Türkiye stelle sich gegen eine Diskriminierung aufgrund von Ethnie, Konfession, Religion, Sprache oder Herkunft, so der türkische Staatschef.

Israel und die USA hatten am 28. Februar einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen den Iran gestartet. Bei landesweiten Luftangriffen wurden mehrere ranghohe Vertreter des Iran getötet, darunter das geistige Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei. Die US-israelischen Angriffe erfolgen auch in zivilen Wohngebieten.

Nach Angaben des iranischen Gesundheitsministeriums töteten Israel und die USA bisher mindestens 1.255 Menschen im Iran. Rund 12.000 Menschen wurden demnach verletzt.

Der Iran reagiert mit Gegenschlägen auf Ziele in Israel sowie Einrichtungen des US-Militärs in Staaten der Golfregion. Offizielle Stellen meldeten bisher mindestens 38 Tote und Hunderte Verletzte.