Reservistenverband will Trump mit deutschen Soldaten auf Grönland zuvorkommen
Angesichts von Trumps Grönland-Plänen fordert der Reservistenverband der Bundeswehr eine Stationierung deutscher Soldaten auf der Insel. Der Außenminister sieht keine Hinweise auf eine US-Militäraktion.
Der Präsident des Verbands der Reservisten der Bundeswehr, Patrick Sensburg, hat die Stationierung deutscher Soldaten auf Grönland gefordert, um einem möglichen Kauf der Insel durch die USA zuvorzukommen. Europa müsse viel stärker Präsenz auf Grönland zeigen, sagte Sensburg der Zeitung „Bild“ (Dienstagausgabe). „Wir müssen davon ausgehen, dass US-Präsident Trump mit Grönland Ernst macht.“ Es müssten in kurzer Zeit zwei europäische Brigaden unter der Führung Dänemarks dorthin verlegt werden. „Auch Deutschland wird hier besonders in der Pflicht stehen“, fügte Sensburg hinzu.
Sensburg zufolge böte eine solche Verlegung auch Chancen für die Bundeswehr. Soldaten könnten neben der Gebirgs- und Winterkampfschule in Mittenwald auch in Grönland trainieren und ausgebildet werden. „Das wird Europa stärker zusammenschweißen“, so der Verbandspräsident.
Indes erklärte Außenminister Johann Wadephul nach einem Gespräch mit seinem amerikanischen Amtskollegen Marco Rubio, dass er nicht mit einer Militäraktion der USA zur Annexion Grönlands rechne. „Ich habe keinen Anhaltspunkt dafür, dass das ernsthaft erwogen wird“, sagte der CDU-Politiker am Montag in Washington.
Trump macht immer wieder deutlich, dass er die offiziell zum Nato-Partner Dänemark gehörende Insel unter Kontrolle der Vereinigten Staaten bringen will – zur Not auch auf „die harte Art und Weise“. Dabei verweist er auf die strategische Bedeutung von Grönland für die USA.