UN: Angriff auf Schule im Iran könnte Kriegsverbrechen sein

Die UN mahnen Aufklärung nach dem Angriff auf eine Mädchenschule im Iran an. Bei dem US-israelischen Angriff wurden mindestens 168 Schülerinnen getötet.

By
Minab, Iran, 03.03.2026 / Foto: Stringer/AA

Das UN-Menschenrechtsbüro hat nach den Berichten über den US-israelischen Angriff auf eine Mädchenschule im Iran mit fast 200 Toten eine umfassende Untersuchung verlangt. Nach Angaben einer Sprecherin könnte es sich um ein Kriegsverbrechen handeln. In Minab nahmen unterdessen Tausende an der Beerdigung zahlreicher getöteter Kinder teil. 

„Die Verantwortung für die Untersuchung des Angriffs liegt bei den Streitkräften, die ihn durchgeführt haben“, teilte der UN-Hochkommissar für Menschenrechte in Genf mit. „Wir fordern sie auf, die Ergebnisse zu veröffentlichen und dafür zu sorgen, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden und die Opfer Entschädigung erhalten.“

Bei dem Angriff in Minab im Süden des Landes waren nach iranischen Angaben am Samstagmorgen mindestens 168 Schülerinnen im Alter zwischen sieben und zwölf Jahren, 26 Lehrerinnen sowie vier Eltern bei einem US-israelischen Luftangriff getötet worden. Vertreter des israelischen Militärs hatten behauptet, ihnen seien keine Angriffe zu dem Zeitpunkt in der Region bekannt. Sie wollten die Berichte angeblich ebenso wie die Amerikaner prüfen. 

Das internationale Völkerrecht schreibt bei Kriegshandlungen Prinzipien vor, die für alle Teilnehmer verbindlich gelten: Konfliktparteien müssen zwischen Zivilbevölkerung und Militärzielen unterscheiden (Unterscheidungsprinzip). Die Zerstörung ziviler Objekte ist nur gedeckt, wenn sie in einem vernünftigen Verhältnis zum militärischen Vorteil stehen (Notwendigkeitsprinzip) und müssen so klein wie möglich gehalten werden (Verhältnismäßigkeitsprinzip). 

Angriffe, die diese Prinzipien nicht erfüllen, könnten Kriegsverbrechen sein, sagte die Sprecherin des UN-Menschenrechtsbüros. Dem Büro lägen aber noch nicht genügend Angaben vor, um dies zu beurteilen.

Die USA und Israel hatten am Samstagmorgen eine massive Welle von völkerrechtswidrigen Luftangriffen auf den Iran gestartet. Dabei wurden zahlreiche Zivilisten sowie mehrere ranghohe iranische Vertreter ermordet, darunter das geistige Oberhaupt des Landes und der Schiiten, Ayatollah Ali Chamenei. Als Reaktion führte der Iran Gegenschläge auf Ziele in Israel sowie Einrichtungen des US-Militärs in Staaten der Golfregion aus.

Nach Angaben des iranischen Roten Halbmonds wurden bei den US-israelischen Angriffen bisher mehr als 780 Menschen getötet.