Posted 16.07.2012 10:43:05 UTC
Updated 16.07.2012 10:43:05 UTC
.Berlin.dapd.13.07.2012 - 20:15.Im Museum für Islamische Kunst in Berlin sind überraschenderweise die Exponate aus der "Keir Collection" nicht mehr zu sehen. Die international bedeutende Sammlung von Edmund de Unger werde nicht mehr gezeigt, teilte eine Sprecherin der Staatlichen Museen zu Berlin am Freitagnachmittag mit. Als Grund wurden Differenzen zwischen dem Museum und den Eigentümern der Privatsammlung genannt.
Ursprünglich sollten demnächst alle 1.500 Objekte als Dauerleihgabe nach Berlin kommen. Seit 2009 waren bereits 117 Sammlungsgegenstände an das Museum für islamische Kunst im Südflügel des Pergamonmuseums übergeben worden. "Der Ausstellungsteil ist seit Mitte Juni geschlossen. Die meisten Objekte wurden Ende Juni an die Leihgeberin zurückgeführt, die restlichen Objekte folgen in Kürze", sagte Museumsdirektor Stefan Weber am Freitagabend auf dapd-Anfrage.
Die "Keir Collection" wurde von Edmund de Unger (1918-2011) aufgebaut und gehört zu den größten Privatsammlungen ihrer Art. Über 50 Jahre lang trug der Mäzen mehr als 1.500 Objekte aus fast allen Perioden und Kunstlandschaften der islamischen Kernländer zusammen. Unter den Exponaten befinden sich Brokate und Teppiche, frühmittelalterliche Bronzen sowie Objekte der Buchkunst.
Nach "reiflicher Überlegung" sei nun entschieden worden, die Zusammenarbeit mit den Eigentümern der Sammlung Edmund de Unger zu beenden. "Bei der Vorbereitung der Übernahme aller Objekte gab es unterschiedliche Vorstellungen über die wissenschaftliche Bearbeitung und Präsentation der Objekte in der Ausstellung und über die konservatorischen Betreuung", sagte Weber zur Begründung.
Bei der Diskussion sei deutlich geworden, "dass sich die unterschiedlichen Vorstellungen auch langfristig nicht vereinbaren lassen." Es sei bedauerlich, "die Sammlung nun nicht mehr in unserem Haus zu haben", betonte Weber. Was mit der "Keir Collection" passiere, sei dem Museum nicht bekannt. Die Räume, in denen die Sammlung gezeigt wurden, sollen nun für Sonderausstellungen reserviert werden.