KURS AUF DIE TÜRKEI (2012-24)

Eine Sendereihe über die Eigenschaften türkischer Provinzen.

Kurs auf die Türkei (2012-24)
Posted 15.06.2012 12:03:16 UTC
Updated 15.06.2012 12:03:16 UTC

Wir richten unseren heutigen Kurs auf die Stadt Usak, die die ägäische Region und Zentralanatolien miteinander verbindet. USAK war in der Antike unter dem Namen „Temenothyrea“ bekannt. Die ersten Spuren der Ansiedlung in Usak reichen bis in das vierte vorchristliche Jahrhundert zurück. Usak stand zuerst unter der Herrschaft der Phyrigier danach der Lydier und geriet 330 vor Christus unter die Herrschaft von Alexander dem Grossen und in 189 vor Christus unter die Herrschaft des römischen Reiches.

Mit der Teilung des Römischen Reiches in 395 geriet die Stadt unter die Herrschaft von Ost-Rom. Nach dem Jahr 1071 geriet das Gebiet unter die Herrschaft der Seldschuken und Byzantiner. In 1176 bekamen die Seldschuken das Gebiet unter ihre Kontrolle. Mit dem Zerfall des seldschukischen Staates wurde Usak Teil der Germiyan-Dynastie und wurde Ortschaft des Kütahya Sandschaks. Am 17. Juli 1953 wurde Usak zur Provinz erklärt.

Vor 500 Jahren existierten in Usak Webstühle. Obwohl die tausendjährigen Spuren des Kulturerbes von Usak fast in allen Teilen der Stadt zu sehen sind, wurde Usak weltweit mit seinen Teppichen berühmt.

Die schönsten Beispiele der Usak Teppiche, die einst die berühmtesten Paläste und Schlösser der Welt schmückten, werden in den wichtigsten Museen der Welt ausgestellt. Die Anfang des 16. Jahrhunderts geknüpften Usak Medaillon-Teppiche wurden nach Europa ausgeführt. Zum Beispiel sind während der Zeit von Henry dem 8. und Königin Elizabeth auf einem Familienfoto aus 1570 ein Medaillon-Teppich aus Usak zu sehen. Bei Bildern aus dem 16. Jahrhundert über die Innenausstattung von niederländischen Räumlichkeiten sind Usak Medaillon- Teppiche ziemlich detailliert dargestellt. Diese Gemälde sind die von Vermeer im Buckingham Palast, Terboch in der Dresden Galerie sowie Bilder in der Londoner National Gallery.

Eine klassische Beschreibung der Yildizli Usak Teppiche ist auf dem Gemälde des venezianischen Malers der Renaissance, Bardonne Academica Belleart aus 1534 zu sehen.

Ein Usak Teppich ist auch auf einem Gemälde zu sehen, auf dem ein Fischer Dogen den Ring des heiligen Markus überreicht. Weitere Beispiele von Usak Teppichen sind auch in der Sultanahmet Moschee, in der Hünkar Villa, sowie im Teppich Museum der Stiftungsbehörde vorhanden. Schöne Beispiele sind zudem im Londoner Victoria & Albert Museum und im New Yorker Metropoliten Museum zu sehen.

Das in der ersten Hälfte des 7. vorchristlichen Jahrhunderts mit Gydes begonnene maechtige lydische Reich hatte als erste Zivilisation das Geld erfunden. Diese Münzerfindung lies den Handel in der Region erblühen und veränderte auch die geschichtliche Entwicklung. Lydien war ein reiches und mächtiges Land gewesen, wobei sein Reichtum auf Gold, das aus dem Fluss Paktolos gewonnen wurde, sowie seiner Lage an Handelsstrassen beruhte. Das aus dieser Erde gewonnene Gold bestimmte das Schicksal der Lydier. König Kroisos (Krösus) hatte nach dem Tod seines Vaters Alyattes in 560 vor Christus den Thron bestiegen. Das Land war so reich, so dass der Begriff „reich wie Karun“ bis in die Gegenwart überliefert wurde.

Kroisus regierte sein Land zwischen den Jahren 560-546 vor Christus. Die aus dieser Zeit stammenden Werke aus dem lydischen Tumulus in der Nähe des Dorfes Güre am 25. Kilometer auf der Landstrasse zwischen Usak und Izmir sind als „Schatz des Karun“ bekannt. Diese prächtigsten Werke us der lydischen Herrschaftszeit sind aus Gold, Silber, Bronze und Marmor. Diese Exponate werden im Museum von Usak ausgestellt. Unter diesen wertvollen Gegenständen befinden sich Münzen, Ringe, Ohrringe, Halsketten, Armreifen, Broschen, Tabakbehälter, verschiedene Accessorios,  Küchengegenstände und andere einzigartige wertvolle Gegenstände.

Der 75 Kilometer lange und zwischen 135 und 170 Meter breite  Ulubay Canon ist nach dem Grand Canyon in den USA der zweitlängste Canon der Welt. Dieser Canon befindet sich in der gleichnamigen Kreisstadt der Provinz Usak. Dieser Canon entstand zuerst durch chemische und anschließend durch mechanische Erosion von Kalkstein. 

Der Banaz Fluss und der Ulubey Bach bilden einen der wichtigsten Arme des Flusses Büyük Menderes, der in das ägäische Meer mündet. Usak wartet mit seiner Geschichte von mehreren tausend Jahren, Natur, seinen Heilbädern und verschiedenen Gerichten auf seine Besucher.

Wenn ihr Weg mal nach Usak führen sollte, empfehlen wir ihnen unbedingt das Atatürk und das ethnografische Museum, den Schatz des Karun im Museum von Usak zu besichtigen, von den weltberühmten Usak Teppichen und Kelims zu kaufen, den Ausblick auf die Clandiras Brücke zu genießen.

Außerdem sollten sie die zweistöckige Pascha Herberge besuchen. Diese Steinbauwerk widerspiegelt die Architektur von Usak und wurde in 1898 von Tiritoglu Mehmet Pasha in Auftrag gegeben und von französischen Architekten gebaut.

Man sollte den in 1901 von einem italienischen Architekten gezeichneten Basar und die Eigenschaften des Germiyan Fürstentums widerspiegelnde Ulu Moschee nicht vergessen.

Zudem empfehlen wir Ihnen einheimische Gerichte wie Tarhana Suppe, Eintopf, Katmer, Kapama, Peksinet und Bükme zu kosten.   

Wir hoffen Sie bei einem weiteren Kurs wieder antreffen zu können.