Posted 21.07.2012 09:05:16 UTC
Updated 21.07.2012 09:05:16 UTC
In Syrien verbreiten sich die Gefechte in innere Teile der Hauptstadt Damaskus und zu den Grenzübergängen. Tausende Syrer versuchen in den Irak und Libanon zu flüchten. Die Zahl der Todesopfer habe in der letzten zwei Tagen 470 überschritten. Nach Angaben von Funktionären der Vereinten Nationen seien in den letzten zwei Tagen aus Syrien etwa 30 Tausend Menschen in den Libanon geflüchtet.
Auf der anderen Seite versuchen Iraker, die während des Irak-Kriegs Zuflucht in Syrien gefunden haben, wieder in ihre Heimat zurückzukehren. Die Tötung von einer 7köpfigen irakischen Familie in ihrem Haus in Damaskus löste unter den Irakern in Syrien grosse Sorge aus. Die Iraker erleben bei der Fahrt zum Flughafen sowie der Benutzung der Landstrasse, um die Stadt zu verlassen, große Probleme. Während tausende Iraker sich auf der Flucht befinden, stellt der irakische rote Halbmond jenseits der Grenze Zelte auf und leistet medizinische Hilfe.
Einer von insgesamt vier syrischen Grenzübergängen zum Irak sei unter die Kontrolle der Oppositionellen geraten. Zu den weiteren drei Grenzübergängen würden zusätzliche Regierungstruppen entsandt. Zwei Grenzübergänge zur Türkei gerieten auch unter die Kontrolle von Oppositionellen. Syrische Einheiten hätten von den Oppositionellen einen Stadtteil wieder zurückerobert. Auf Bildern, die im Fernsehen veröffentlicht wurden, sind in diesem Stadtteil zahlreiche Leichen zu sehen. Oppositionelle hingegen behaupten, sie hätten sich zurückgezogen, um noch strategisch wichtigere Orte unter ihre Kontrolle zu bringen.
Laut Meldungen hätten Oppositionelle in der Hauptstadt Damaskus zwei Kontrollpunkte angegriffen. Regierungstruppen hingegen würden Gebiete, die unter der Kontrolle von Oppositionelle stehen, unter Beschuss setzen.
Indessen drohte Israel mit einem Angriff gegen Syrien, sollte die Verwaltung schwere Waffen an die Hisbollah in Syrien übergeben. Der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak sagte in einem Fernsehinterview, er habe der israelischen Armee angeordnet, die nachrichtendienstlichen Arbeiten zu intensivieren. Wenn die syrische Assad-Verwaltung schwere Waffen an die Hisbollah übergibt, könne Israel eine Militäroperation gegen Syrien einleiten. Barak behauptete außerdem, dass Syrien seine chemischen Waffen in den Libanon transportieren werde. Der israelische Verteidigungsminister Barak hatte vorgestern die in 1967 von Syrien eingenommenen Golan-Höhen besucht.