DIE TÜRKEI IM RUCKSACK (2012-26)

Eine Sendereihe über die Sehenswürdigkeiten in der Türkei.

Die Türkei im Rucksack (2012-26)
Posted 26.06.2012 07:24:53 UTC
Updated 26.06.2012 07:24:53 UTC

Wir waren letzte Woche über den Landweg aufgebrochen, um zum letzten türkischen Hafen der Türkei im Westen der Schwarzmeerküste, nämlich İğneada zu fahren. Da wir auf dem Weg noch Höhlen besichtigten, kam es zu einer Verspätung. Aus diesem Grund werden wir heute den Hafen erreichen. Mit unserem Geländewagen fuhren wir in Richtung des Mahya Berges mit einer Höhe von 1031 Meter im Westen der Kreisstadt Demirköy und fuhren weiter zu den Istranca Bergen, die mit dichten Wäldern bedeckt sind. Nun lassen sie uns wieder auf der Strecke Demirköy-İğneada in Richtung İğneada fahren. Auf der Fahrt begleiten uns am Wegrand Buchen und Eichen. Es gibt strichweise lila farbige Flecken zwischen den grünen Tönen. Um diese Schönheiten vom Nahen zu betrachten, steigen wir aus dem Wagen. Ein Dorfbewohner, den wir während der Fahrt aufnahmen, sagt uns, dass die großen lila Blumen mit den großen Blättern „Zelenka“ heißen, aber auch Waldrose genannt werden. Wir steigen wieder in den Wagen, um weiter zu fahren und freuen uns diese Blume, die den Schatten und die Feuchtigkeit liebt, bewundert zu haben. Wir können die Zelenka Fotos, die wir gemacht haben, vermehren und an besonderen Tagen an unsere Freunde schicken.

Schließlich führt uns der kurvige Waldweg nach İğneada und auf den öffentlichen Platz von İğneada. Genau gegenüber von uns sind Restaurants und Kaffeehäuser mit Aussicht auf das Meer. Nun lasst uns in ein Kaffeehaus gehen, um einige Bewohner dieser Kleinstadt zu treffen und auch Tee oder Kaffee zu trinken. Wir setzen uns unter die Laube von diesem Kaffeehaus, wo auf einer Tafel „Huzur Cayevi“, also Teehaus der Ruhe steht und daneben ein Poster von Atatürk und der türkischen Fahne hängt. Tatsächlich findet man hier Ruhe. Es sitzen Männer unter der Laube an Tischen, die sich ruhig unterhalten und nebenbei rauchen, Tee oder Kaffee trinken. In der Türkei sind solche Kaffeehäuser Versammlungsplätze für Männer: Frauen aus dem Dorf oder aus der Kleinstadt kommen nicht in das Kaffeehaus; doch wenn sie eine Dame sind, die nicht aus jener Kleinstadt oder aus jenem Dorf ist, wird es nicht als umgewohnt empfunden, wenn sie ins Kaffeehaus gehen und einen mittelsüßen Kaffee bestellen. Auch wir setzen uns als Gruppe mit Mann und Frau an einen freien Tisch und bestellen Tee und Kaffee. Wir beschäftigen uns mit der Umgebung, während wir unseren Tee aus schmalen Gläsern und türkischen Kaffee aus kleinen Tassen trinken. Natürlich interessieren sich auch die anderen Besucher des Kaffeehauses für uns. Gegenseitig tauschen wir Informationen über unsere Berufe aus. Die Bewohner von İğneada sind Fischer und Förster zugleich. Die breite Bucht, die İğneada für die Seemänner zum letzten Zufluchtsort im Westen des Schwarzmeeres macht, liegt uns gegenüber. Ein Sandstrand, der ca. 20 Km. lang ist, Boote, haufenweise Fischernetze, ihre Netze reparierende Fischer und hinter uns, genau hinter der Kleinstadt ein dunkelgrüner Wald mit vielen Bäumen. Nachdem wir unsere Getränke ausgetrunken haben, laufen wir auf Empfehlung in die Strasse, die sich auf unserer linken Seite befindet. Wir laufen an Alt- und Neubauten vorbei und erreichen ein breites Weideland. Es befindet sich ein See vor uns, der den Eindruck macht, sich mit dem Meer zu vereinen: der Mert See. Man hat uns erklärt, dass es in der Umgebung zusammen mit diesem See sieben Seen gibt. Es ist eine Seengruppe der Lagunenklasse. Das İğneada Kap, das sich zum Meer ausstreckt, leistete eine Art Schutz gegen die Wellen und Strömungen, die vom Norden kommen. Somit bildeten sich aufgrund von ein paar kleinen Flüssen, die hinter der natürlich gebildeten Absperrung der İğneada Bucht ständig  Anschwemmungen verursachten kleine Seen. Der Sandhang zwischen diesen Seen und dem Meer hat sich so verbreitet, dass auf ihm Weiden wuchsen. Weil die meisten dieser Seen keine Verbindung mit dem Meer haben, ist ihr Wasser süß. Alles ernährt sich aus der Tiefe und vom Boden. An den Rändern gibt es Schilfgebiete. Eines der Handwerke, das in İğneada und Umgebung immer noch ausgeübt wird, ist die Knüpferei. Die an Seerändern wachsenden Schilfe sowie Getreidehalme und Maisblätter werden im warmen Wasser eingeweicht. Aus diesen werden dann Gürtel, Hüte und Taschen hergestellt. In den Seen leben verschiedene Fisch- und Vogelarten. Das Wasser der Seen wird auch zur Bewässerung der Rübenfelder genutzt. Wir kehren auf den Platz zurück, wo wir unseren Wagen abstellten und laufen vier Kilometer entlang des Strands zum Hafen und zum Hafendorf. Wer will kann auch mit dem Wagen fahren. Meiner Meinung nach sollten wir unsere Rucksäcke im Wagen lassen und am Strand entlang laufen.

Nach dem wir zwei Kilometer am Strand gelaufen sind, begegnen wir Männern vor einem Haus mit Garten, die Tauchmaterialien und Kleidungen tragen. Sie erzählen uns, dass sie jedes Jahr zwischen Mai und Juli hierher kommen, um nach Schnecken zu tauchen. In einer Tiefe von 18-19 Metern im Meer gebe es Schnecken. Schließlich erreichen wir den Hafen. Hier gibt es ungefähr 100 Boote, groß und klein, und ein paar alte Fischerbaracken am Strand. Die Fischer bieten uns sofort Tee an. Sie sagen uns, dass wir den Limanköy Leuchtturm unbedingt sehen müssen. Dieser Leuchtturm wurde zur Herrschaftszeit von Sultan gebaut und er leuchtet jede zehn Sekunden zwei Mal. Sie raten uns auch das Dorf Beğendik, das in zwölf Kilometer Entfernung zur bulgarischen Grenze liegt, zu besuchen. Wir werden während unseres Aufenthalts hier diese Ratschläge befolgen. Aber zuerst möchten wir am Strand rasten und schwimmen. Nachdem wir in einem zwischen den Tannenwäldern liegenden Restaurants köstlichen Fisch gegessen haben, werden wir eine Pension suchen, um uns auszuruhen. Es gibt Menschen in der Kleinstadt, die ihr Haus als Pension anbieten. Doch die İğneada Stadtverwaltung erlaubt uns an allen freien Plätzen außerhalb des Stadtzentrums zu zelten.